BDI-Präsident Grillo zur Energiepolitik

Reform, um die Kosten zu senken

Lünen. Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird derzeit in Berlin heiß diskutiert. Und auch in Lünen war die Energiewende jetzt Thema: Rund 100 Industriebosse sprachen am Dienstag im Technologiezentrum Lüntec Klartext bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsförderungszentrums Ruhr zum Thema „Industriepolitik im Zeichen der Energiewende“.

„Die deutsche Industrie will die Energiewende, aber sie will sie vor allem richtig gemacht“, sagte Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Er forderte eine nachhaltige, umfassende Reform der Energieversorgung. Und er forderte einen integrierten europäischen Energiemarkt, um die Kosten zu senken, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu bewahren und zu stärken, Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand zu sichern.

Investitionsanreize in relevante Technologien – etwas in der Kreislaufwirtschaft – seien wichtig, so Grillo. Eine Europäisierung der Energiewende habe Vorteile in Bezug auf die Rechtssicherheit.

Wenn erneuerbare Energien international angeboten werden könnten, entstehe ein größerer Markt mit niedrigeren Preisen. Echte Lösungen lägen noch nicht auf dem Tisch, so Grillo, der auch auf den langsamen Leitungsausbau und die mangelnde Rentabilität fossiler Kraftwerke einging. „Die Energiewende kostet verdammt viel Geld: 23 Milliarden Euro jährlich“, sagte Grillo mit Blick auf die Ökostromumlage. Und sprach sich dafür aus, dass energieintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit bleiben müssten.

Die EEG-Reform werde den Unternehmen nur eine kurze Atempause bieten, so Peter Willbrandt, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG. Er geht von einem weiteren Anstieg der EEG-Umlage in den nächsten Jahren aus.

Internationale Wettbewerbsfähigkeit dürfe nicht auf Kosten deutscher Unternehmen gehen, mahnte Willbrandt. Technologie- und Innovationsvorsprung seien wichtig, Energieeffizienz ein großer Zukunftsmarkt mit riesigem Einsparpotenzial, betonte Professor Manfred Fischedick (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie).

„Die Rahmenbedingungen haben einen Webfehler“, lautete die Kernaussage von Dr. Ansgar Fendel, Vizepräsident der IHK zu Dortmund. Er beklagte, dass viele mittelständische Unternehmen wegen der EEG-Reform verunsichert seien und nicht mehr in Erweiterungen investieren würden.

„Der Kreis Unna ist eine Industrieregion und das wollen wir auch bleiben“, so Landrat Michael Makiolla. Er wünscht sich den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit auch von energieintensiven Unternehmen.

Die Metropole Ruhr sei Vorreiter-Region mit Blick auf die Ressourceneffizienz, betonte Rasmus Beck, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH.

Fazit: Energiewende und kein Ende. Das Thema wird die Industrie und die Verbraucher auch künftig beschäftigen.

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Erfolgreiche Vortragsveranstaltung zur Energiepolitik im Zeichen der Energiewende: Von links: Dr. Ansgar Fendel, Dr. Franz-Josef Westhoff, Landrat Michael Makiolla, BDI-Präsident Ulrich Grillo, Peter Willbrandt, Rasmus Beck und Prof. Manfred Fischedick.

Quelle: Ruhr Nachrichten vom 26.06.2014 – Fotos: WFZ Ruhr e.V.

2017-04-18T10:59:55+00:00 Juni 26, 2014|